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Gärtnerische Achterbahn

Jedes Frühjahr wieder ertappe ich mich, wie ich beim Begutachten meiner Gartenpflanzen wahre Höhen und Tiefen durchleide.

Ich bin Anfang 30 und seit über 12 Jahren im Gartenbau tätig. Jemand wie ich sollte es besser wissen. Wovon ich rede? Von einem jährlich wiederkehrenden Phänomen, das landauf landab die Gartenbegeisterten und Pflanzenliebhaber befällt. Wohlgemerkt Profis wie Amateure!

Anne Rostek, unsere Fachberaterin für Pflanzen & Gestaltung, über gärtnerisches Freud und Leid im Frühlingsgarten

Hosta-Austrieb1

Jedes Frühjahr wieder ertappe ich mich, wie ich beim Begutachten meiner Gartenpflanzen wahre Höhen und Tiefen durchleide. Bei den meisten dieser Pflanzen handelt es sich um Stauden, also mehrjährige, krautige Pflanzen, deren oberirdische Triebe im Herbst absterben, die mit unterirdischen Knospen überwintern, um dann im Frühling daraus wieder frisch auszutreiben. Soviel zur Definition. Man sollte meinen, alles im grünen Bereich: Pflanze stirbt, Pflanze kommt wieder! Hier aber beginnt meine emotionale Achterbahn.

Epimedium Grandiflorum

Kaum ist das Wetter so, dass man es im Garten einigermaßen aushält, ohne sich Frostbeulen an sämtlichen Extremitäten zu holen, geht es los, das große Stochern mit dem Zeigefinger. Da war doch ein Tränendes Herz und hier eine Wiesenraute? Wo ist die Götterblume und wieso regt sich noch nichts bei der Frühlingsplatterbse? Die Bandbreite der dabei empfundenen Gefühle reicht von Neugierde (lässt sich schon erster Austrieb ertasten?) über reines Misstrauen (hat diese oder jene Pflanze es etwa doch nicht über den Winter geschafft?) bis hin zu purer Wut, wenn man beim Bohren mit dem Zeigefinger auf etwas matschiges stößt, das einmal trotz sorgfältigem Winterschutz ein ansehnlicher Agapanthus war. Grrrr…

Schön blöd, werden Sie jetzt denken: Wozu Stauden pflanzen, wenn man im Frühling dann solch Bangen und Ärger durchlebt? Genau diese innere Achterbahn war für mich jedoch einst Grund genug, den Beruf der Staudengärtnerin zu erlernen und zwar in den gemäßigten Breiten und nicht am Äquator. Das Reich der Pflanzen kennt viele wundervolle Kreaturen, aber die Gruppe der Stauden bietet einem durch ihr beständiges Werden und Vergehen den ultimativen Kick. Würde ich in den Tropen leben, würde ich mich kurzfristig an der dortigen Vegetation erfreuen, keine Frage, aber mir würde sehr schnell der Wechsel der Jahreszeiten fehlen, der bei unseren Pflanzen so vielfältiges Verhalten auslöst.

Denn, wagen sich im Frühling die ersten Stauden erst einmal mutig an die Erdoberfläche, ist alles Bangen und Mistrauen vergessen und schiere Verzückung macht sich breit. Nichts entschädigt einen für den Anblick frisch austreibender Funkien, deren neue Triebe wie Hörner aus dem Boden hervorstoßen. Leise und feenhaft dagegen die Elfenblümchen, die zartes herzförmiges Laub und dann die entzückendsten Blütchen ausbilden. Oder haben Sie schon einmal Flaumfederfiligranfarn (Verzeihen Sie mir diesen Zungenbrecher) beim Entrollen seiner Wedel zugesehen? Im Frühling erwacht der Garten zu neuem Leben und man möchte in seiner Begeisterung schier hineinbeißen in all das frische junge Grün (und wahlweise Rot). Oh happy Staudengarten!

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  • Genauso geht es mir auch

    Genauso geht es mir auch, mitsamt dem Hoffen und Bangen, wächst jetzt eine frische Staude oder Unkraut?

  • Herrlich

    Am Wochenende habe ich meine ersten Stauden überhaupt gepflanzt. Und nun plagt mich die tägliche Angst, ob auch alles schon anwächst und auch was wird. Wahnsinnig aufregend und irgendwie anstrengend… vor allem das Warten! Wird alles, wie man es sich überhaupt vorstellt? Es bleibt spannend die nächsten Wochen und Monate und irgendwie ist das doch auch das Schöne oder? Die Vorfreude auf alles Blühende und Grünende. Herrlich :-)

  • Ja, das kenne ich zu gut!

    Man sucht und guckt und hat Angst, dass die Pflanze nicht mehr kommt. Die Freude, wenn dann die ersten Spitzen kommen.