Inbegriff von Stolz und Schönheit: die Schwertlilien

Beitrag von Susanne Wiborg

Schwertlilien bestechen mit gleich mehrfachen Vorzügen. Sie gehören nicht nur zu den Attraktivsten, sondern auch zu den Vielseitigsten im Garten, denn Iris ist nicht gleich Iris: Ihr Spektrum reicht von den winzigen, filigranen Exemplaren, deren Blüten an Schmetterlinge erinnern, über den üppigen Wildpflanzen-Charme der Sibirica-Hybriden bis hin zum den hohen, stämmigen Bartiris, dem traditionellen Bauerngarten-Blickfang. Fein gezeichnete, fast orchideenartig elegante Iris-Gesichter kontrastieren in dieser Familie mit dem botanischen Knalleffekt gefranster, gebauschter, exotisch üppiger Blüten. 

Auch das Laub ist ein variabler Blickfang: Bringen die strengen, schwertförmigen Fächer der Bartiris Struktur und dezenten Silberschimmer ins Beet, so bieten die üppigen Schöpfe der sibirischen Schwertlilien als besonderes Plus noch eine leuchtendgelbe Herbstfarbe. Irisblüten strahlen in allen Farben des Regenbogens: von weiß bis schokoladenbraun, von kühlem Blau über samtiges Violett bis hin zu leuchtenden Gelb-, Apricot- und Orangetönen - es gibt kaum etwas, was sie nicht bieten können.

Auswahl genug, doch neben Vollendung in Form und Farbe haben alle Iris noch eine, ihre typische Eigenschaft gemeinsam: Schwertlilien beugen sich nie. Wer ihnen näherkommen möchte, muss sich vor ihrer kerzengeraden Haltung verneigen. Ein derart wohlgewachsener Inbegriff von Stolz, Selbstbewußtsein und Majestät bot sich als Wappen-Pflanze natürlich geradezu an: Als „fleur de lys“ zierten Iris das Lilienbanner der Bourbonen, ihre stilisierte Form ist in der Heraldik weit verbreitet. Entsprechend möchten Schwertlilien auch heute noch behandelt werden: keinesfalls als Massenware, sondern mit Respekt vor der Noblesse, die sie immer mitbringen. 

Mit ihrem Charme begann auch die Geschichte des Unternehmens: Aus einer kleinen Iris-Sammlung, die Helen Gräfin von Zeppelin 1926 nach Laufen mitbrachte, erwuchs - buchstäblich - eines der artenreichsten Angebote Europas, das mittlerweile zahlreiche Sorten umfaßt. Nach wie vor sind Iris unsere Spezialität: Hoheit zum Mitnehmen, uralter Garten-Adel, dessen Glanz jede Saison neu erstrahlt.

Die Autorin Susanne Wiborg schreibt exklusiv über die Pflanzenspezialitäten der Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin. Sie genießt bei Hamburg ihren eigenen kleinen Garten, über den sie bereits mehrere Bücher, Kolumnen und Texte in Fachzeitschriften und großen Tageszeitungen veröffentlicht hat. 

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