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„Through your Eyes“

Die Entdeckung eines spannenden Schaugartens auf der Hampton Court Flower Show 2019

Nur selten bekommt man die Gelegenheit, auf den großen englischen Gartenschauen, persönlich mit den Designern der Gärten zu sprechen, geschweige denn ihre Meisterwerke zu betreten. Umso größer die Freude, als ich beim Trendscouten auf der zweitgrößten Flower Show Englands im Juli diesen Jahres auf einen Schaugarten stieß, der durch eine außergewöhnliche Kopf-Skulptur einen sofort in seinen Bann schlug.

In einem Interview mit den Erschaffern, dem Designer Lawrence Roberts und dem belgischen Künstler William Roobroeck, erfuhr ich mehr über diesen erstaunlichen Garten.
Die Idee zu einem gemeinsamen Garten kam den beiden Gestaltern im vorherigen Jahr. Dabei wollten sie einen interaktiven Schaugarten gestalten, der das Show-Publikum einbindet, statt es wie sonst üblich hinter einer Absperrung zu halten. So entstand eine gut 3m hohe, begehbare Kopf-Skultur, aus deren Augen man in einen Schaugarten voller Symbolik blicken kann.
Anrührend legt William Roobroeck die Komponenten des Gartens da: von der Skulptur blickt man über einen Weg, der aus Cortenstahlrahmen gefüllt mit kleinen Steinriemchen besteht. Diese symbolisieren alle großen und kleinen Entscheidungen in unserem Leben. Der Weg stößt auf ein dunkles Quadrat gefüllt mit Wasser, das rechts und links von einem gespaltenen Findling begrenzt wird. Das schwarze Wasser, ein Sinnbild für die schweren Zeiten im Leben, die Findlinge als Symbole für gute Freunde, die einem in der Not helfen.

Der Blick bleibt an einer Bank hängen, deren Rückenlehne aus unterschiedlich hohen Holzstreben besteht und sich wie ein Zaun an der Rückseite des Gartens entlangzieht. „Dieses Rückgrat steht für unsere Lebenszeit“, erläutert mir Roobroeck. „Am Anfang unseres Lebens haben wir noch viel Zeit, dies wird durch hohe Streben dargestellt. Je älter wir werden, desto weniger Zeit verbleibt uns und desto kürzer werden die Streben. Hier an der Bank sind sie besonders kurz. Als alter Mensch setzt man sich und blickt auf sein Leben zurück. In unserem Falle zurück über den Weg auf die imposante Kopf-Skulptur.“
Schon lange habe ich keinen Schaugarten mehr mit einer derart interessanten, versteckten Symbolik gesehen. Lächelnd und innerlich doch sehr bewegt befrage ich den Gartendesigner Lawrence Roberts zum Bau der Anlage. „In Hampton Court bekommt man 12 Tage zum Aufbau, zuvor haben wir aber bereits um die 300 Arbeitsstunden investiert, um die Skulptur, die Steinmosaike und Bank zu erschaffen. Viel Arbeit für eine Woche Show und dennoch „worth every minute“, wie ihnen auch die wohlverdiente Silbermedaille am Garteneingang bescheinigt.


Bepflanzt ist der Garten mit einer beruhigenden Pflanzenpalette in Grün, Zartgelb und dunklem Purpurlaub. „Alles meine Lieblingspflanzen“, versichert mir Roberts. Und was geschieht nach der Show mit dem Garten und seinen Elementen? „Nothing goes to waste – nichts wird verschwendet“, lacht Roberts. Der Garten muss in nur drei Tagen abgebaut werden und bereits jetzt gibt es Interessenten für einzelne Komponenten, wie die herrliche Lebenszeit-Bank.
Vor wenigen Tagen erfuhr ich, dass William Roobroecks Kopf-Skulptur nun in Wisley im Hauptquartier der Royal Horticultural Society bei London zu bestaunen ist. Wer einmal dort vorbeikommt, sollte unbedingt einen Blick riskieren – through your eyes!

Zum Interview:

https://www.youtube.com/watch?v=DQT6CMIYbi8

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