<b>Gießen</b><br><i>Was, wann und wie Sie richtig gießen</i>

Gießen
Was, wann und wie Sie richtig gießen

Grundlagen Wasserbedarf Mythen Töpfe & Bewässerung Trockenverträgliche Stauden

Grundlagen

Wie gieße ich am besten?

Übers Gießen existieren unserer Ansicht nach viele Mythen. Und natürlich: Drei Gärtner haben fünf verschiedene Meinungen.... Wichtig ist:

  • Die Pflanzen nicht zu sehr verwöhnen, sie vertragen oft mehr als man denkt!
  • Rechtzeitig und durchdringend gießen!
  • Nicht am Wasser sparen!
  • 1000 l Wasser kosten inklusiv Abwasser je nach Region etwa um die 10 €.

Hier werden mit Sicherheit die größten Fehler gemacht. Es bringt der Pflanze – und ihren Wurzeln – gar nichts, wenn nur das Laub und die obersten fünf Millimeter feucht sind. Dann kann man es auch lassen. Die Devise ist: lieber seltener, dafür viel gießen!

Immer direkt auf den Boden! Sollen die Pflanzen duschen oder trinken?! Handbrausen sind daher nicht zu empfehlen. Sie nehmen Druck des Wassers weg und verleiten zum Pflanzen duschen. Merke: Das Laub soll nicht nass werden, das ist Wasserverschwendung. 

Wenn man Regner aufstellt, kommt je nach Laubmenge wenig am Boden an. Die Bewässerung mit dem Regner ist also viel weniger effektiv, als direkt mit dem Schlauch. Aber übers Laub gießen schadet den Pflanzen auch nicht. Die Gefahr von Brennflecken ist im Garten nicht von großer Bedeutung. Bei empfindlichen Zierpflanzen wie Usambaraveilchen oder Fuchsien sieht das allerdings anders aus. Stauden sind in dieser Hinsicht unproblematisch. Unsere Erfahrung: Stiefmütterchen im Keimblattstadium sind die einzige Ausnahme in vielen Gärtnerjahren, bei denen es richtige Schäden gegeben hat. 

Wasserbedarf

Was muss man gießen?

Je weniger Wurzeln eine Pflanze im Verhältnis zur Verdunstungsfläche hat, desto wichtiger ist gießen. Das heißt:

  1. Neu gepflanztes muss regelmäßig gegossen werden:
    • Pflanzen, die vor einigen Monaten gesetzt wurden (zum Beispiel im Frühjahr)
    • Stauden sind oft schon eingewachsen, während Gehölze etwas länger brauchen.
  2. Pflanzen im Topf benötigen ebenso Wasser wie
  3. Pflanzen, die schon länger im Garten stehen. Diese muss man viel, viel seltener gießen, da sie bereits einen kräftigen Wurzelballen entwickelt haben. 

Wie erkenne ich, dass eine Pflanze gegossen werden will? 

Viele Pflanzen bekommen zuerst blasses Laub, bevor das Laub anschließend schlapp herunter hängt. Dieses kurzfristige Herunterhängen schadet der Pflanze nicht, wenn dann rechtzeitig gegossen wird. Einige Pflanzen reagieren auf Trockenheit erst zeitversetzt mit gelben Blättern und Laubfall.

Wieviel Wasser braucht eine Pflanze?

Man sieht Pflanzen ihren Wasserbedarf im Allgemeinen an:

  • Wenig und kleines, hartes Laub  = weniger Verdunstung
     >>> wenig oder gar nicht gießen
  • Großes, weiches, hellgrünes Laub = viel Verdunstung
    >>> öfter gießen
  • Graulaubige Pflanzen haben durch ihre Blattstruktur einen eingebauten Verdunstungsschutz.
    >>> kaum gießen
  • Auch eine Wachsschicht, wie zum Beispiel bei Iris, ist ein effektiver Verdunstungsschutz
    >>> wenig gießen
  • Sukkulente, also dicklaubige Pflanzen wie Sedum oder Sempervivum sind ebenfalls auf Trockenheit eingestellt.
    >>> kaum gießen
  • Üppiges Laub will versorgt werden. Schöne Bananenpflanzen hat man, wenn man gießt.
    >>> viel gießen

Zusammenfassung Wasserbedarf

Es gibt Pflanzen, die auf trockene Standorte spezialisiert sind. Diese brauchen auch im Garten kaum beziehungsweise je nach Boden und Standort nur sehr wenig. Graulaubige und mediterrane Pflanzen gehören dazu.

Besondere Aufmerksamkeit ist bei Pflanzen geboten, die aufgrund ihrer Blattstruktur ihren Wassermangel nicht anzeigen können, wie die neugepflanzte Thujahecke. Vorsicht ist auch bei neu gepflanzten Gartenschätzen angebracht, die noch wenig Wurzelwerk entwickeln konnten: Eine Hecke, die im Frühling gepflanzt wurde und im Mai unter Trockenheit leidet, wird erst zeitversetzt und dann meist zu spät braun.

Nach langer Hitze und Trockenheit freuen sich auch eingewachsene Pflanzen mit ausladendem Wurzelwerk  hin und wieder über Wasser. Am einfachsten legt man den Gartenschlauch etwa zehn Minuten auf den Boden und lässt ihn den Boden um die Pflanzen beregnen. 

Leichte, sandige Böden halten wenig Wasser, dies bedeutet, man muss früher und öfter gießen. Hier hilft ein Trick: Wenn man den Boden mit Kompost verbessert, dann kann er das Wasser besser halten.

Mythen

Nur abends gießen?

Die Tageszeit des Gießens ist nicht von Bedeutung. Wir gießen in der Gärtnerei den ganzen Tag über. Warum soll die Pflanze denn bis abends dursten? Das macht ihr Stress, sie wird anfälliger. Das Wasser versickert ja auch tagsüber schnell im Boden, die Verdunstungsverluste sind also beim Gießen des Bodens sehr gering.

Nicht mit Leitungswasser gießen?

Wegen dem Kalkgehalt solle man Pflanzen nicht mit Leitungswasser gießen? Bei kleinem Bodenvolumen, also im Topf und bei empfindlichen Pflanzen wie Moorbeetpflanzen und Orchideen mag das ein Problem sein. Im Garten aber nicht, denn der Boden hat eine große Pufferkapazität.

Pflanzen nicht zu viel gießen?

Damit Wurzeln nicht faulen, solle man Pflanzen nicht zu viel gießen? Draußen kann man im Sommer kaum zu viel gießen: da das Wasser gut versickert, trocknet der Boden meist schnell wieder. Das Problem kommt nur auf, wenn das Wasser nicht abfließen kann. Nur dann ist es sehr wichtig auf die Menge des Wassers zu achten, weil Wurzeln tatsächlich keine Staunässe vertragen (siehe unten: Untersetzer).

Töpfe & Bewässerung

Kübelpflanzen (Pflanzen im Topf) richtig gießen

Wenn der Topf voller Wurzeln ist, ist kein Platz für Erde, die das Wasser halten kann. Dann sollte besser bald umgetopft werden. Billigerde ist hierbei nicht die erste Wahl: Torf wird, wenn er stark getrocknet ist, extrem schlecht wieder nass. Das Wasser läuft dann einfach durch den Topf hindurch. In diesem Fall ist es hilfreich, den Wurzelballen komplett in Wasser zu tauchen und eine gute Kübelpflanzenerde zu verwenden. 

Wasser darf nicht tagelang im Untersetzer stehen. Also Vorsicht mit Untersetzern in feuchten Sommern.

Terracotta oder Kunststofftöpfe?

Wir bevorzugen Kunststoff. In Keramiktöpfen kann das Wasser zu schnell verdunsten und man kommt mit dem gießen kaum hinterher. Schwarze Plastiktöpfe sind im Sommer kein Problem: Alle Pflanzen in unserer Gärtnerei, so etwa 300.000 Pflanzen, stehen in schwarzen Plastiktöpfen auf schwarzem Bändchengewebe. Ja, das wird heiß. Ist aber im Allgemeinen kein Problem.

Töpfe mit Reservoir sind eine gute Investition! Aber am besten nur überdacht aufstellen. Sonst gibt es Staunässe in feuchter Jahreszeit. Auch eine halbautomatische Bewässerung (Tropfbewässerung für Töpfe, Tropfschläuche) kann eine gute Idee sein, wenn man die Staunässe im Blick behält. 

Vorsicht – Hitze!

Nicht nur Trockenheit ist das Problem, sondern tatsächlich auch die Hitze. Der Schlitzahorn auf der Südterrasse leidet an Hitze, auch wenn er  immer feucht genug steht. Die Wände strahlen Wärme ab. Auch geschotterte Flächen, also Steine, strahlen enorme Hitze ab. Eine direkte Einstrahlung kann für manche Pflanzen zu viel sein. In diesem Fall schattieren Sie die Pflanze(n). 

Auch Pflanzen können Sonnenbrand bekommen. Deshalb beim Ausräumen von Kübelpflanzen nach dem Winter diese erstmal in den Schatten stellen und langsam an das Licht gewöhnen. Wir kühlen zum Beispiel im Gewächshaus, indem wir Flächen anfeuchten. Die Verdunstungskälte führt zu einer (geringen) Abkühlung.

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