Sagen Sie Schnecken adé

Frühling bis Herbst: Um diese Pflanzen machen Schnecken einen Bogen

Von-Stefanie-Schaffer-Ein-Gastbeitrag-aus-dem-Magazin-Lust-auf-Natur-Weck-Verlag-8

Frühling

Veronica-teucrium-Knallblau-Ehrenpreis

‘Knallblau’ heißt die bekannteste Sorte des Büschel-Ehrenpreises (Veronica teucrium) – wie passend!

Wenn der Garten ab März aus dem Winterschlaf erwacht, ist es für Schnecken meist noch zu kühl. Ein Vorteil für zeitige Zwiebelblumen wie Krokusse, Traubenhyazinthen oder Blausterne, die nun völlig ungefährdet austreiben und ihre Blüten öffnen können. Auch die frühe Pracht der Tulpen und Narzissen verschlafen die Tiere in ihren Verstecken. Einzig um die späteren Narzissensorten muss man ein klein wenig bangen. Richtig munter werden Schnecken, je nach Witterung, ab Mitte, Ende April. Jetzt gilt es, ihnen gleich den Appetit zu verderben, etwa mit Schleifenblumen, Gänsekresse, Steinkraut oder Teppichphlox – allesamt üppig blühende Polsterpflanzen, die Schnecken überhaupt nicht munden.

Auch um giftige Frühjahrsblüher wie Goldlack, Goldwolfsmilch, Maiglöckchen oder Küchenschellen machen die Schleimer einen großen Bogen. Die Bergenie, ein weiterer Blickfang im Frühlingsgarten, besitzt zwar keine giftigen, jedoch sehr derbe Blätter und wird daher ebenfalls gemieden. Warum indes Veronica oder Ehrenpreis nicht auf dem Speisezettel steht ist nicht geklärt. Fakt ist: sowohl an den früh blühenden Arten (z. B. Enzian-, Ähriger oder Büschel-Ehrenpreis) wie auch an allen Sommerblühern (z. B. Wiesen- und Kandelaber-Ehrenpreis) zeigen Schnecken keinerlei Interesse.

Traubenhyazinthen

Das Schöne an Traubenhyazinthen: einmal eingewachsen, vermehren sie sich meist prächtig von ganz alleine.

Tulpen

Wer Tulpen nicht alle Jahre wieder neu pflanzen will, wählt robuste Arten wie Wild-, Darwin- oder Fosteriana-Typen.

goldwolfsmilch

Die Gold-Wolfsmilch liebt nicht nur warme, sonnige Plätze. Sie verträgt auch Trockenheit ausgezeichnet.

Frühsommer

Nelkenwurz

Die Nelkenwurz verdankt ihren Namen dem Geruch ihrer Wurzel, der dezent an das Aroma von Gewürznelken erinnert.

Mitte, Ende Mai beginnt der Frühsommer im Garten – eine Zeit der Fülle, in der saftiges Grün in Massen sprießt. Auch Schnecken laufen jetzt zu Hochform auf: Nacht für Nacht schmausen sie, was das Zeug hält, mit Vorliebe junge Dahlientriebe, Rittersporn, Lilien, Lupinen … Links liegen lassen die „Fressmaschinen“ das weniger Zarte – etwa Nelken aller Art, Sterndolden, Feinstrahlastern, Nelkenwurze, Schaf- und Goldgarben, Prachtspieren und Geißbart. Giftiges wie Pfingstrosen, Akeleien oder Fingerhüte bleibt ebenfalls verschont.

Auch Pflanzen mit vielen ätherischen Ölen treffen so gar nicht Schneckes Geschmack. Der fein duftende Lavendel zählt hierzu, genauso Berg- und Katzenminze, der würzige Ysop sowie sämtliche Arten von Zierlauch. Eine besondere Abwehrstrategie verfolgt der Frauenmantel: Auf seinen Blättern wächst ein zarter Haarflaum, was Schnecken bei der Mahlzeit ganz offensichtlich ziemlich stört. Ebenfalls einen unappetitlichen Flaum auf ihren Blättern tragen Sonnenröschen, Kronenlichtnelken, Wollziest sowie der Kaukasus-Storchschnabel und bringen sich damit außer Gefahr.

Storchschnabel

Nach der Blütezeit werden die schmucken, sogar im Winter grünen Blätter des Kaukasus-Storchschnabels zum Blickfang.

Zierlauch

Damit Zierlauch im Juni blühen kann, müssen seine Zwiebeln über Winter ausreichend Kälte erfahren haben.

Sonnenroeschen

Um Sonnenröschen zu vermehren, genügt es, einzelne Triebe abzusenken und flach mit Erde zu bedecken.

Hoch- und Spätsommer

Gartenstorchschnabel

Gartenstorchschnäbel bestechen durch Vielfalt. Von kleinen Polster- bis hin zu hohen Prachtsorten reicht die breite Palette.

Heiß, trocken … Hochsommer im Garten! Die Gießkanne ist jetzt ständig im Einsatz – sehr zur Freude der Schnecken, die sich auf den sorgfältig gewässerten Beeten deutlich wohler fühlen als in der verdorrten Brache vor dem Gartenzaun. Pflanzen, die mit Trockenheit gut zurechtkommen und entsprechend wenig gegossen werden müssen, sind nun klar im Vorteil: So gedeihen Spornblumen, Blumen-Oregano, Argentinisches Eisenkraut, Färberkamillen und Prachtkerzen ohne viel Zutun auch in regenarmen Zeiten.

Auf Feuchtigkeit angewiesene Schnecken haben derweil das Nachsehen. Doch auch die mit Wasser stets gut versorgte Prachtstaudenrabatte ist kein Schlemmerland – zumindest wenn darin so wenig schmackhafte Pflanzen wie Storchschnäbel, Taglilien, Montbretien, Phlox, Gelbe Sonnenhüte oder Ballonblumen wachsen. Nicht viel erfreulicher für Schnecken sieht es in bunten Sommerblumenbeeten mit Löwenmaul, Goldmohn, Korn- und Ringelblumen aus. Wer indes Tagetes oder Studentenblumen, Zinnien oder delikate Sonnenblumen „serviert“, kann sich des hungrigen Ansturms vor allem in feuchteren Sommern meist kaum erwehren.

Goldmohn

Ob als Überlebenskünstler in Ritzen und Fugen oder als Beetschmuck – der Goldmohn macht überall eine gute Figur.

Taglilien

Den ganzen Sommer hindurch öffnen Taglilien Morgen für Morgen neue Blüten, die bereits am Abend wieder welken.

Phlox

Phlox niemals zu dicht wachsen lassen und immer gut wässern – dann hat der gefürchtete Mehltaupilz keine Chance!

Herbst

Fetthenne

Fetthennen lassen sich kinderleicht vermehren: einfach die Pflanze im Frühjahr ausgraben und mit dem Spaten mehrfach teilen.

Immer kürzer, kühler und feuchter werden nun die Tage – es geht in den Herbst hinein. Solange das Thermometer deutlich über Null Grad anzeigt, sind Schnecken weiterhin unterwegs, wenn auch lange nicht mehr so aktiv wie während des Sommers. Fressen müssen sie trotzdem … am liebsten die nach wie vor herrlich saftigen Blätter der Funkien. Auch zu zarten Selbstaussaaten von Glockenblumen, Dreimasterblumen und Stockrosen sagen Schnecken nicht Nein. Was sie hingegen gar nicht mögen, sind die fleischigen Blätter der Fetthennen, das giftige Laub des Herbsteisenhuts und die derben Stängel der Goldruten.

Der erst spät im Jahr üppig blühende Kerzenknöterich wird ebenfalls verschmäht, genauso der Herbst-Steinbrech, alle Sorten von Herbstanemonen, Gelenkblumen, die zierlichen Herbstalpenveilchen sowie der prächtige, an Löwenmäulchen erinnernde Schlangenkopf. Bei Herbstastern hingegen scheiden sich die Geister. In manchen Gärten bleiben die bezaubernden Spätblüher vollkommen schadfrei. In anderen werden vor allem Kissenastern (Aster dumosus) regelmäßig ratzekahl verputzt.

Kerzenknoterich

Auf frischfeuchtem Boden fühlt sich der Kerzenknöterich am wohlsten. Er wächst aber auch an etwas trockeneren Stellen.

Gelenkblume

Die Blüten der Gelenkblume lassen sich tatsächlich in alle Himmelsrichtungen drehen, ohne abzubrechen.

Kanadische-Goldrute

Während sich die wilde Kanadische Goldrute hemmungslos ausbreitet, bleiben Garten-Goldruten meist recht kompakt

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