Bienenfreundliche Stauden: für Bienen, Hummeln & Schmetterlinge
Pflanzen für den bienen- und insektenfreundlichen Garten
Bienenfreundliche Stauden können Bienen und anderen Blütenbesuchern Nahrung in Form von Nektar und Pollen bieten. Welche Insekten eine Pflanze nutzen, hängt unter anderem von Blütenform, Zugänglichkeit der Blüten, Blütezeit und Pflanzenart ab.
Mit einer durchdachten Auswahl verschiedener Stauden lässt sich das Blütenangebot vom Frühjahr bis in den Herbst verlängern. Besonders interessant sind dabei Pflanzen mit unterschiedlichen Blütenformen und Blütezeiten.
Inhalt
Was macht Stauden bienenfreundlich?
Bienenfreundliche Stauden nach Pflanzenfamilien
Insektenfreundliche Stauden für Schmetterlinge
Bienenfreundliche Stauden für jede Jahreszeit
So gestalten Sie ein insektenfreundliches Staudenbeet
Was macht Stauden bienenfreundlich?
Nicht jede blühende Pflanze ist für Bienen und andere Insekten gleichermaßen interessant. Eine wichtige Rolle spielt, ob eine Blüte Nektar und/oder Pollen bietet und wie gut diese für die jeweiligen Insekten erreichbar sind.
Nektar und Pollen als wichtige Nahrung
Nektar liefert Bienen und anderen Blütenbesuchern vor allem Energie. Pollen enthält wichtige Nährstoffe und spielt insbesondere bei Bienen eine wichtige Rolle bei der Aufzucht des Nachwuchses. Bienenfreundliche Stauden können daher sowohl Nektar als auch Pollen bereitstellen. Je nach Pflanzenart und Blütenform unterscheidet sich das Angebot allerdings.
Offene und ungefüllte Blüten
Auch die Blütenform spielt eine wichtige Rolle. Bei ungefüllten Blüten sind die Staubgefäße und der Zugang zum Nektar häufig leichter erreichbar. Stark gefüllte Blüten können dagegen durch zusätzliche Blütenblätter den Zugang zu Nektar und Pollen erschweren. Für einen Garten mit einem vielfältigen Nahrungsangebot für Insekten können daher insbesondere Stauden mit gut zugänglichen, ungefüllten Blüten interessant sein.
Eine lange Blütezeit
Für Bienen und andere Insekten ist es hilfreich, wenn nicht nur für einige Wochen, sondern über einen möglichst langen Zeitraum Blüten vorhanden sind.
Frühblühende Stauden können zu Beginn der Gartensaison Blüten als Nahrungsquelle bereitstellen, sommerblühende Arten übernehmen im weiteren Jahresverlauf und spätblühende Stauden wie Astern oder Fetthennen schließen die Saison bis in den Herbst. Deshalb ist die Kombination verschiedener Blütezeiten wichtiger als die Auswahl einer einzelnen besonders attraktiven Pflanze.
Unterschiedliche Blütenformen
Nicht jede Blüte ist für jedes Insekt gleich gut zugänglich. Lippenblüten, Körbchenblüten, Dolden und Röhrenblüten bieten unterschiedliche Möglichkeiten, an Nektar und Pollen zu gelangen. Ein abwechslungsreich bepflanztes Staudenbeet kann deshalb auch unterschiedliche Insektenarten ansprechen.
Bienenfreundliche Stauden nach Pflanzenfamilien
Bestimmte Pflanzenfamilien umfassen viele Gattungen und Arten, deren Blüten von Bienen und anderen Insekten besucht werden. Innerhalb einer Pflanzenfamilie finden sich häufig ähnliche Blütenmerkmale. Diese können beeinflussen, wie Nektar und Pollen für Blütenbesucher zugänglich sind. Im Folgenden stellen wir Ihnen vier Pflanzenfamilien vor, die besonders viele von Insekten als Nahrungsquelle genutzte Vertreter beinhalten.
Lippenblütler – Lavendel, Salbei & Katzenminze
Zu den Pflanzenfamilien mit zahlreichen Stauden, deren Blüten von Bienen und Hummeln besucht werden, gehören die Lippenblütler.
Typische Vertreter sind:
- Lavendel (Lavandula)
- Salbei (Salvia)
- Katzenminze (Nepeta)
- Steinquendel (Calamintha)
- Duftnessel (Agastache)
- Dost und Oregano (Origanum)
- Thymian (Thymus)
- Blauraute (Perovskia)
- Indianernessel (Monarda)
Lippenblütler besitzen charakteristisch geformte Blüten, bei denen die oberen und unteren Blütenblätter jeweils verbunden sind, so dass sie wie eine Ober- und Unterlippe aussehen. Viele Lippenblütler bilden Nektar, der durch die charakteristische Blütenform für bestimmte Blütenbesucher zugänglich ist.
Lavendel – Lavandula
Salbei – Salvia
Katzenminze – Nepeta
Steinquendel - Calamintha
Duftnessel – Agastache
Dost - Origanum
Thymian - Thymus
Blauraute - Perovskia
Indianernessel - Monarda
Lavendel – Lavandula
Lavendel ist eine klassische Staude für sonnige, eher trockene Standorte. Während seiner Blütezeit wird er von Bienen und Hummeln besucht und kann auch Schmetterlingen Nektar bieten. Die vielen kleinen Lippenblüten sitzen dicht an den Blütenähren und sorgen im Sommer für ein reiches Blütenangebot.
Lavendel lässt sich außerdem gut mit anderen Stauden kombinieren, die vor oder nach ihm blühen. So kann seine sommerliche Blütezeit Teil eines durchgehenden Nahrungsangebots sein.
Salbei – Salvia
Salbei besitzt typische Lippenblüten und bildet Nektar, der von verschiedenen Blütenbesuchern genutzt werden kann. Die Gattung umfasst zahlreiche Arten und Sorten mit unterschiedlichen Wuchshöhen, Blütezeiten und Standortansprüchen.
Damit lässt sich Salbei vielseitig in sonnige Staudenbeete integrieren.
Katzenminze – Nepeta
Katzenminze bildet zahlreiche kleine Blüten und kann bei einem Rückschnitt nach der ersten Blüte über einen langen Zeitraum erneut blühen. Die violett-, blau- oder weißblühenden Sorten eignen sich besonders für sonnige Standorte und werden von Bienen und Hummeln besucht.
Duftnessel – Agastache
Duftnesseln bilden lange Blütenähren aus zahlreichen Einzelblüten. Die Blüten erscheinen im Sommer und bieten über einen längeren Zeitraum Nektar.
Die auffälligen Stauden eignen sich besonders für sonnige Beete und lassen sich gut mit anderen Sommerblühern kombinieren.
Korbblütler – Astern, Sonnenhut & Schafgarbe
Auch unter den Korbblütlern finden sich zahlreiche Stauden, deren Blüten von verschiedenen Insekten besucht werden. Was für uns wie eine einzelne Blüte aussieht, besteht bei vielen Vertretern dieser Familie tatsächlich aus zahlreichen kleinen Einzelblüten, die zusammen einen Blütenkorb bilden.
Beispiele für entsprechende Stauden sind:
- Schafgarbe (Achillea)
- Astern (Aster und verwandte Gattungen)
- Sonnenhut (Echinacea)
- Sonnenbraut (Helenium)
Durch ihre unterschiedlichen Blütezeiten können diese Stauden das Nahrungsangebot vom Sommer bis in den Herbst verlängern.
Schafgarbe - Achillea
Sonnenhut - Echinacea
Astern - Aster
Sonnenbraut - Helenium
Schafgarbe – Achillea
Die vielen kleinen Einzelblüten der Schafgarbe stehen dicht zusammen und bilden flache Blütenstände. Dadurch entsteht eine Blütenfläche, die für verschiedene Insekten gut zugänglich sein kann.
Schafgarben eignen sich besonders für sonnige, eher trockene Standorte und blühen über einen langen Zeitraum.
Sonnenhut – Echinacea
Die auffälligen Blüten des Sonnenhuts erscheinen im Sommer. In der Mitte der Blüte sitzen zahlreiche kleine Einzelblüten, die zusammen den charakteristischen Blütenkorb bilden.
Echinacea ist eine beliebte Staude für sonnige Sommerbeete und lässt sich gut mit anderen Stauden kombinieren.
Astern – Aster
Astern gehören zu den spätblühenden Stauden und können das Nahrungsangebot im Garten bis in den Herbst ergänzen. Wenn viele Sommerblüher bereits verblüht sind, öffnen sich ihre zahlreichen Blüten und können Bienen, Hummeln und Schmetterlingen im Herbst weitere Nahrungsquellen bieten.
Mit verschiedenen Astern lässt sich das Blütenangebot bis weit in den Herbst verlängern.
Sonnenbraut – Helenium
Die leuchtenden Blüten der Sonnenbraut erscheinen von Juli bis in den Herbst. In der Mitte der Blüte sitzen zahlreiche kleine Röhrenblüten, die zusammen den charakteristischen gewölbten Kegel bilden und sich im Verlauf der Blüte braun oder orange färben.
Helenium ist eine beliebte Staude für sonnige Sommer- und Herbstbeete und lässt sich gut mit anderen spätblühenden Stauden wie Phlox und Sonnenhut kombinieren.
Doldenblütler – viele kleine Blüten auf engem Raum
Doldenblütler bilden ihre kleinen Einzelblüten häufig in flachen oder schirmartigen Blütenständen. Dadurch können zahlreiche kleine Einzelblüten auf engem Raum für verschiedene Blütenbesucher zugänglich sein.
Zu den bekannten Pflanzen dieser Familie gehören unter anderem Fenchel, Wilde Möhre und verschiedene Kräuter. Auch im Nutzgarten können Doldenblütler deshalb eine sinnvolle Ergänzung für einen Garten mit vielfältigem Blütenangebot sein.
Interessante Staudenvertreter sind zum Beispiel:
Sterndolde - Astrantia
Garten-Mannstreu - Eryngium
Mannstreu – Eryngium
Im Hochsommer erscheinen die formschönen Blüten des Mannstreus. Auffällig sind die oft stacheligen bläulichen oder silbergrauen Hüllblätter, die die rundlichen bis ovalen Blütenköpfe umgeben und für attraktive Strukturen im Beet sorgen.
Eryngium ist eine beliebte Gattung für sonnige, trockene Beete und lässt sich gut mit Gräsern und anderen Prärienstauden kombinieren.
Sterndolde – Astrantia
Die filigranen Blüten der Sterndolde erscheinen von Juni bis in den Spätsommer. Jede Einzelblüte wird von einem Kranz feiner, zart gezeichneter Hochblätter umrahmt, der ihr das charakteristische sternähnliche Aussehen verleiht.
Astrantia ist eine beliebte Staude für halbschattige Plätze im Staudenbeet und lässt sich gut mit anderen schattenverträglichen Stauden wie Funkien und Farnen kombinieren.
Pfirsichblättrige Glockenblume - Campanula persicifolia
Polsterglockenblume - Campanula poscharskyana 'E.H. Frost'
Bienenbesuch an einer Glockenblumenblüte
Glockenblumengewächse – Campanula
Glockenblumen besitzen charakteristische Blüten und werden von verschiedenen Wildbienenarten besucht. Einige Wildbienenarten nutzen Glockenblumen auch für die nächtliche Ruhe.
Je nach Art eignen sie sich für unterschiedliche Standorte – von sonnigen Pflanzungen bis zu halbschattigen Bereichen.
Von Polster bis Prachtstaude:
Insektenfreundliche Stauden für Schmetterlinge
Ein Garten mit vielen bienenfreundlichen Stauden kann gleichzeitig für Schmetterlinge interessant sein. Dabei lohnt sich ein genauer Blick auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Falter.
Distelfalter an Lavendel
Augenfalter an Stauden-Dost
C-Falter an Eisenkraut
Taubenschwänzchen an Hoher Flammenblume
Tagpfauenauge an Hoher Fetthenne
Großer Admiral an Herbstastern
Nektarpflanzen für Schmetterlinge
Ausgewachsene Schmetterlinge benötigen Nektar als Energiequelle. Viele Stauden, die von Bienen besucht werden, können auch von Schmetterlingen als Nektarquelle genutzt werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Lavendel (Lavandula)
- Dost (Origanum)
- Eisenkraut (Verbena)
- Duftnessel (Agastache)
- Flammenblume (Phlox)
- Fetthenne (Sedum)
- Astern (Aster)
Für Schmetterlinge sind unter anderem Blüten interessant, deren Nektar mit ihren langen Saugrüsseln erreichbar ist.
Raupe des Königskerzenmönch an Königskerze
Raupe des Schwalbenschwanz an Fenchel
Raupe des Mittleren Weinschwärmers an Blutweiderich
Raupen des Tagpfauenauges an Brennnesseln
Raupen brauchen andere Pflanzen
Für die Entwicklung der Schmetterlingsraupen sind wiederum bestimmte Futterpflanzen entscheidend. Eine Pflanze, die ein erwachsener Schmetterling als Nektarquelle besucht, muss deshalb nicht gleichzeitig eine geeignete Raupenfutterpflanze sein. So benötigen beispielsweise die Raupen von Tagpfauenauge, Kleinem Fuchs, Admiral und Landkärtchen Brennnesseln als Futterpflanze. Die Raupen des Schwalbenschwanzes fressen dagegen unter anderem am Laub von Fenchel, Dill, Möhren und Pastinaken.
Tipp: Eine kleine Ecke für Raupen stehen lassen
Nicht jede Pflanze muss im Garten perfekt aussehen. Eine kleine, möglichst ungestörte Ecke mit geeigneten Futterpflanzen kann Schmetterlingsraupen Nahrung bieten. Auch Fraßspuren an einzelnen Pflanzen müssen deshalb nicht automatisch ein Grund zum Eingreifen sein. Wer einige Pflanzen oder Pflanzenteile für die Raupen stehen lässt, schafft damit Nahrung für die nächste Generation von Schmetterlingen. Denn ein schmetterlingsfreundlicher Garten braucht nicht nur Blüten für erwachsene Falter, sondern auch Futterpflanzen für die Raupen.
Bienenfreundliche Stauden für jede Jahreszeit
Ein möglichst durchgehendes Blütenangebot entsteht durch die Kombination verschiedener Stauden mit unterschiedlichen Blütezeiten.
Frühjahr: Lungenkraut (Pulmonaria) und weitere früh blühende Stauden
Frühsommer: Salbei (Salvia), Katzenminze (Nepeta) und Glockenblumen (Campanula)
Sommer: Lavendel (Lavandula), Steinquendel (Calamintha), Duftnessel (Agastache), Schafgarbe (Achillea), Sonnenhut (Echinacea), Blauraute (Perovskia), Indianernessel (Monarda) und Kandelaberehrenpreis (Veronicastrum)
Spätsommer: Sonnenbraut (Helenium), Blauraute (Perovskia), Fetthenne (Sedum) und Kerzenknöterich (Bistorta)
Herbst: Astern (Aster) und Fetthenne (Sedum)
So gestalten Sie ein insektenfreundliches Staudenbeet
Bienenfreundliche Stauden lassen sich vielseitig kombinieren. Entscheidend ist, die Pflanzen passend zu ihrem Standort auszuwählen und unterschiedliche Blütezeiten miteinander zu verbinden.
Verschiedene Blütenformen kombinieren: Lippenblüten, Körbchenblüten, Dolden und andere Blütenformen bieten unterschiedlichen Insekten verschiedene Möglichkeiten, an Nektar und Pollen zu gelangen.
Für eine lange Blütezeit sorgen: Kombinieren Sie Frühjahrs-, Sommer- und Herbstblüher. So stehen über einen möglichst langen Zeitraum Blüten zur Verfügung.
Den Standort beachten:
Auch eine Staude mit geeigneten Eigenschaften kann sich nur dann dauerhaft entwickeln, wenn sie am passenden Standort wächst. Sonne, Boden, Feuchtigkeit und Platzbedarf sollten deshalb bei der Pflanzenauswahl berücksichtigt werden.
Vielfalt ins Beet bringen: Ein abwechslungsreiches Staudenbeet bietet unterschiedliche Blütenformen, Blütezeiten und Nahrungsquellen. Deshalb ist es sinnvoll, verschiedene Stauden miteinander zu kombinieren, statt sich auf eine einzelne „Bienenpflanze“ zu konzentrieren.