Landesgartenschau 2018
Bienen & Hummeln

Das Staudenbeet – planen, anlegen & pflegen

Beete planen und anlegen
Standortbedingungen Planung Pflanzenauswahl Anordnen Pflanzabstand Unkraut & Pflege Gießen Mulch, Kompost & Humus Stützen

Der Weg zu Ihrem Staudenbeet

Wichtige Fragen vor der Pflanzenauswahl – Standortbedingungen

Wenn Sie wenig Platz haben, schaffen Sie lieber einen Blütenhöhepunkt, anstatt die Blüte über die Saison zu verteilen.

  1. Was ist vorhanden, wie ist der pflanzliche oder bauliche Rahmen, Durchblicke, Wege?
  2. In welchem Stil wurde bisher gepflanzt, z.B. Bauerngarten, mediterraner Stil etc.?
  3. Wie sind Boden- und Lichtverhältnisse? Siehe Ratgeber „welchen Standort möchten meine Stauden“
  4. Welche Farben und Höhen möchte ich haben, gibt es Lieblingspflanzen?
  5. Können Gräser und/oder graulaubige Strukturpflanzen verwendet werden? 
  6. Wieviel Zeit habe ich für die Pflege? 

Die Pflanzen nach dem Prinzip der Lebensbereich der Stauden in der Natur auswählen: Für jeden Standort gibt es die richtige Staude! Lassen Sie sich nicht entmutigen, auch bei bester Planung gibt es Ausfälle oder Pflanzen, die zu stark wachsen. Kleinere oder größere Korrekturen werden immer nötig sein, da keine Staudenpflanzung von Anfang an und für alle Zeit perfekt ist!

Die Planung

  1. Versuchen Sie einen Pflanzplan im Maßstab 1:20 oder 1:50 zu zeichnen, wo Sie die Stauden im ausgewachsenen Zustand einplanen (S. Rubrik Pfl./m² im Katalog/Shop)
  2. Eine Staffelung nach Wuchshöhe von hoch zu niedrig ist hilfreich, unterbrechen Sie strenge Staffelungen aber z.B. mit Kerzen, auch niedrige, kürzer blühende Stauden dürfen in den Hintergrund gesetzt werden. Bewegung entsteht mit hochwüchsigen Stauden im Randbereich.
  3. Eine Staffelung nach der Blütezeit ist ebenso möglich.

Reihenfolge der Pflanzenauswahl

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  1. Leitstauden: sie bilden das Gerüst einer Pflanzung und zeichnen sich durch eine lange Lebensdauer, eine mächtige, außergewöhnliche Wuchsform und eine üppige Blüte aus, z.B. hohe Gräser, Staudensonnenblumen (Helianthus), Sonnenbraut (Helenium)
  2. Frühlings- und Vorsommerblüher: diese in den Hintergrund setzen, z.B. Tränendes Herz, (Dicentra)
  3. Mit Begleitstauden und Füll- und Webpflanzen die Lücken schließen:z.B. Geranium (Storchschnabel), Alchmilla (Frauenmantel), weiß blühende wie Gaura (Prachtkerze) und silberlaubige Stauden Artemisia (Edelraute). Diese haben häufig filigrane Blüten und feines Laub. Gräser und Blattschmuckstauden wie Farne und Heuchera (Purpurglöckchen) nicht vergessen.
  4. Sommer – und Herbstblüher: dabei die niedrigen Sorten vorne, wie z.B. Aster dumosus (Kissenaster) und hohe Sorten hinten einplanen.
  5. Zwiebel- und Knollenpflanzen: im Herbst für den Frühlingsaspekt pflanzen.

Wie ordne ich die Stauden an?

  1. Leitstauden werden in unregelmäßigen Abständen zum „Zusammenhalten“ der ganzen Pflanzung eingeplant.
  2. Gruppen in ungraden Exemplaren bilden, die Geselligkeitsstufen der Stauden beachten: je kleiner und bescheidener die Staude, desto größer wird die Gruppe.
  3. Kleine Gruppen aus verschiedenen Sorten einer Pflanzenart bringen Ruhe in eine große Rabatte.
  4. Blütenfarben und Blütenformen wiederholen, wie z.B. Kerzen, Dolden, Korbblüten, Schalen…
  5. Nicht zu starr von klein und flach zu den hohen Stauden anlegen, sondern die Formen ineinander übergehen lassen
  6. Die Pflanzung in Drifts(Schwüngen) oder wellenförmig mit mehreren Pflanzen einer Sorte zusammen oder in Mosaikform anordnen, das wirkt verspielter.

Pflanzen pro m²

  1. Hohe Stauden (Leitstauden): 2-3 Stk.
  2. Mittelhohe Stauden (40-60cm): 4-6 Stk.
  3. Niedrige Stauden (20-40cm): 7-9 Stk.
  4. Zwergige Stauden (5-20cm): 10-16 Stk.

Bitte legen Sie zuerst die Töpfe im Beet aus, bevor gepflanzt wird, so können noch Korrekturen durchgeführt werden!

Welche Bodenvorbereitung ist vor dem Pflanzen nötig?

Blumenbeet-im-Garten-anlegenSie sollten alle Wurzelunkräuter sorgfältig entfernen, den Boden spatentief lockern, d.h. etwa 30 cm tief umgraben und nach Möglichkeit mit gut abgelagertem Kompost verbessern. Anschließend die Pflanzfläche ebnen. 

Gute Dienste leistet auch ein Unkrautvlies, das vor dem Pflanzen auf die Erde gelegt wird. Darauf werden die Pflanzen ausgelegt. Zum Pflanzen wird das Vlies dann mit einem Teppichmesser kreuzförmig eingeschnitten und die Stauden in die Erde eingepflanzt.

Welche Anwachspflege muss ich meinen Stauden geben?

Normalerweise reicht zum Anwachsen ein wöchentliches kräftiges Wässern über 3-4 Wochen lang aus, wenn es nicht regnet. Dann haben die Stauden neue Wurzeln gebildet und benötigen keine zusätzliche Wässerung. Wird im Sommer gepflanzt, bitte je nach Witterung 2-3x pro Woche gießen.

Einmal im Monat sollte das Beet auf Unkraut bzw. Wildkrautwuchs kontrolliert und ggf. gejätet werden, damit sich die Stauden etablieren können. 

Wird im Spätherbst gepflanzt, bitte die Neupflanzung bis zum frühen Frühjahr mit Reisig oder Gartenvlies abdecken. Darauf achten, dass die Stauden gut angedrückt werden, damit sie nicht nach oben frieren und hoch gedrückt werden. Sollte das doch der Fall sein, bitte nach dem Winter wieder kräftig andrücken.

Was ist ein Unkrautvlies?

Bei Neuanlagen von Staudenbeeten oder Steingartenbeeten kann ein Unkrautvlies gute Dienste leisten. Die Pflanzfläche wird wie unter dem Punkt ‚In welchen Boden werden Stauden gepflanzt’ vorbereitet und die Erde mit dem Vlies abgedeckt. Bitte keine günstige Plastikfolie wählen, sondern ein hochwertiges, atmungsaktives und wasserdurchlässiges Gewebevlies. Durch das Vlies können Wildkräuter nur schwer hindurch wachsen. Wasser, Luft und Nährstoffe werden gut in der Erde gehalten. 

 

Unkraut & Pflege

StaudenbeetLeider wachsen im Staudenbeet nicht nur die gewünschten Pflanzen, sondern auch die verschiedensten Wildkräuter. Ein schönes Beet benötigt Ihre Aufmerksamkeit. Die Pflege eines Staudenbeets ist besonders in den ersten zwei Jahren einer Staudenneupflanzung wichtig, wenn die Pflanzendecke noch nicht komplett geschlossen ist. Hier sollten Sie einmal im Monat eine kleine Wildkrautkontrolle durchführen. Treten Wurzelunkräuter, wie z.B. Winde oder Giersch auf, sollten diese mit der Grabegabel bzw. einem Löwenzahn- oder Distelstecher möglichst mit allen Wurzeln entfernt werden. Wenn konsequent gejätet wird, werden die Wurzelunkräuter geschwächt und mit der Zeit den Platz freigeben. 

Wenn der Boden geharkt wird, bietet er einjährigen Wildkräutern wie Springkraut und vielen Gräsern ideale Lebensbedingungen. Deshalb gilt grundsätzlich, den Boden möglichst wenig zu bearbeiten, damit die Wildkräuter schlechtere Lebensbedingungen vorfinden. Außerdem bleibt die Erde gleichmäßig frisch und trocknet nicht so leicht aus.

Das Staudenbeet gießen

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Wenn Sie die richtige Staude für den richtigen Standort ausgewählt haben, sollten Sie nach der ungefähr einen Monat dauernden  Anwachspflege nicht mehr zusätzlich wässern müssen. Extrem trockene, heiße Sommermonate erfordern allerdings zusätzliches Wässern. Bitte in solchen Extremsituationen lieber weniger, also etwa 2x pro Woche durchdringend gießen, als öfters aber nur wenig. Mulchen oder das Ausbringen eines Unkrautvlieses bei Neuanlagen hilft ebenfalls, das zusätzliche Wässern zu reduzieren. Wenn Sie öfters verreist sind, wäre unter Umständen eine Bewässerungsanlage ratsam. Etwas anderes ist es, wenn Sie ihre Stauden im Topf halten. Dann die Töpfe am besten mit einem Untersetzer als Wasserspeicher versehen und in trockenen und heißen Hochsommerphasen alle 3-4 Tage kräftig gießen. Der Wasserspeicher wird dann im Herbst wieder entfernt.

Mulch, Kompost oder Humus?

Eine Mulchschicht von mindestens 3 bis 5 cm Höhe hilft, den Unkrautwuchs einzudämmen und Wasser im Boden zu halten. Steingartenbeete oder mediterrane Beete werden gerne mit Split oder Kalkschotter gemulcht, um eine natürliche Anmutung zu erzielen. Vor dem Mulchen mit Splitt sollten die Zwischenräume in der Pflanzung allerdings mit Vlies abgedeckt werden, damit die Steine nicht in die Erde rutschen.

Staudenbeete werden gerne auch mit Kompost oder Rindenhumus gemulcht. Soll mit Rindenhumus gemulcht werden, auf jeden Fall vor dem Ausbringen des Mulches mit Stickstoff (N) in Form von Hornspänen oder Hornmehl düngen. Der Mulch wird im Lauf der Jahre von den Bodenorganismen zu Erde umgewandelt und dabei wird der im Boden vorhandene Stickstoff verbraucht und steht den Pflanzen nicht mehr zur Verfügung. Kompost ist als Mulch gut geeignet, beachten Sie aber, dass er auch als Dünger wirkt, also weniger zusätzlich düngen! Von Rindenmulch raten wir bei Neupflanzungen im ersten Jahr ab, lieber den feineren Rindenhumus benutzen.

Hohe Stauden stützen

Staudenstützen
Hohe Stauden, wie Helianthus, oder Stauden mit schweren üppigen Blüten, wie z.B. Paeonien, werden mit einer Staudenstütze gehalten. Die Stützen sind bei uns in der Gärtnerei aus grün ummantelten Draht in zwei Höhen erhältlich. Die Stützen werden am besten im Frühling, wenn die Pflanzen noch niedrig sind, angebracht, damit keine Blüten beim Anbringen abgeknickt werden. Aus Ästen, die x-förmig vor den Stauden in die Erde gesteckt werden, kann man selber Staudenstützen basteln. Klassisch ist auch ein Pflock hinter der Staude, an der die Pflanzen angebunden werden.

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